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Eine gute Jagdplanung minimiert Störung

Die Jagd stellt potentiell einen grossen Störfaktor für Wildtiere dar. Mit geschick­ter Jagdplanung und einem angepassten Verhalten des einzelnen Jäger, kann die Störung jedoch auf ein tragbares Niveau gesenkt werden.

Die Jagd übernimmt eine wichtige Funktion in der Erhaltung von gesunden und dem Lebensraum angepassten Wildtierbeständen. Allerdings kann sie mit deutlichen Beunruhigungen verbunden sein. So kann ein Jäger wie ein Schneeschuhläufer oder Pilzesammler Tiere zur Flucht veranlassen, wenn er auf der Pirsch abseits der Wege unterwegs ist. Zudem sind Jäger oft in der Abend- und Morgendämmerung unter­wegs, zu Zeiten also, in denen die meisten Wildtiere mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt sind.

Je nach Jagdsystem – in der Schweiz kennen wir das Revier- und das Patentsystem – bestehen unterschiedliche Herausforderungen und sinnvolle Massnahmen zur Verringerung von Beunruhigungen, letzteres gerade auch im Sinne eines guten Jagderfolgs.

Intervalljagd im Reviersystem

Charakteristisch für das Reviersystem sind vergleichsweise lange Jagdzeiten (z.B. beim Reh je nach Kanton Mai-Dezember) in Kombination mit einem niedrigen Jagddruck. Ungünstig wirken sich Überschneidungen der Jagd mit der Fortpflan­zungs­zeit oder der heiklen Zeit im Winter aus. Um das zu vermeiden und trotzdem die nötige Regulierung zu erreichen, empfiehlt sich die Intervalljagd. Dabei wechseln sich Zeitabschnitte mit Jagd und solche ohne Jagd ab. Das schafft zu bestimmten, sensiblen Zeiten eine Beruhigung des Lebensraumes.

Jagdbanngebiete im Patentsystem

In den Patentkantonen konzentriert sich die Jagd im Wesentlichen auf die Monate September und Oktober. Es herrscht während kurzen Jagdzeiten ein vergleichsweise hoher Jagddruck. In Bezug auf das gesamte Ausmass der Störung ist dieses Jagd­system sicher günstiger. Aber während den Jagdwochen suchen die bejagten Tiere bevorzugt ruhige Schutzgebiete oder unzugängliche Bereiche auf. Gut verteilte, kleine Jagdbanngebiete (auch als Wildasyle, Wildschutzgebiete oder Wildschon­gebiete bezeichnet) helfen, solche unnatürlichen Konzentrationen zu vermeiden und bieten in dieser Zeit Schutz vor Störung. Die gute Verteilung der Tiere im gesamten Lebensraum erhöht auch den Jagderfolg.

Keine Jagd zu Ruhezeiten

Wildruhezonen sind keine zusätzlichen Jagdbanngebiete. Auch in den Wildruhezonen ist die jagdliche Regulierung der Wildbestände nötig. Dabei ist es wichtig, die Bestimmungen des Jagdbetriebs und diejenigen der Wildruhe sorgfältig aufeinander abzustimmen. Insbesondere soll die Jagd nur zu Zeiten ausgeübt werden, in denen kein Ruhegebot gilt.

Schlussendlich kommt es aber auch auf jeden einzelnen Jäger an. Sein rücksichts­volles Verhalten ist nötig, damit die Wildtiere während dem Jagdbetrieb nicht übermässig gestört werden.