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Störe ich Wildtiere? Wie verhalte ich mich richtig?

Sich in der freien Natur und an frischer Luft zu bewegen gibt ein Gefühl von Freiheit und ist erholend. Als individuelle Freizeitnutzer sind wir aber oft eine besondere Störquelle. Abseits von viel begangenen Wegen bewegen wir uns in demselben Raum, in den sich Tiere vor intensiver Nutzung zurückziehen. Einfache Regeln helfen, Rücksicht auf die Tiere zu nehmen!

In den letzten Jahrzehnten haben Freizeitaktivitäten in der Natur stark zugenommen. Immer mehr Menschen zieht es raus. Erholung und Sport in der Natur bieten eine Abwechslung zum oft hektischen Alltag. In vielen Fällen ist man sich gar nicht bewusst, dass Tiere die Flucht ergreifen, denn oft bemerkt man davon nichts.

Ob eine Störung negative Auswirkungen hat, hängt von Zeit, Ort, Häufigkeit, Intensität sowie Art der Störreize ab. So reagieren Tiere auf unvorhersagbar auftretende Ereignisse mit grösserer Empfindlichkeit. Ebenso sind Begegnungen für Tiere an für sie wichtigen Orten, wie Brut- und Aufzuchts- oder Nahrungs- und Rückzugsgebieten heikler.

Vielfältige und gravierende Auswirkungen

Negative Auswirkungen von Störreizen können unmittelbarer Natur sein, beispielsweise der veränderte Hormonpegel oder die erhöhte Herzfrequenz nach einer Flucht. Treten Energieverluste durch Stress oder Flucht gehäuft auf, kann sich die körperliche Verfassung eines Tieres drastisch verschlechtern. Das kann im Winter, wenn das karge Nahrungsangebot die erhöhten Energieverluste nicht kompensieren kann, bis zum Tod durch Erschöpfung führen. Bei dauernder Beunruhigung ist längerfristig mit Lebensraumverlust, damit verbundener Reduktion des Fortpflanzungserfolges und als Konsequenz mit Abnahme der Bestände, bis hin zum lokalen Aussterben von Populationen zu rechnen.

Weitere Folgen können Schäden am Wald sein. Wenn Wildtiere stark gestört sind, müssen sie mehr Nahrung zu sich nehmen, um die Energieverluste zu kompensieren. Aus Mangel an anderen Nahrungsquellen im Winter fressen sie dann oft die Triebe junger Bäume ab. Besonders problematisch ist das im Schutzwald, wenn durch erhöhten Verbiss die Verjüngung und damit letztlich die Schutzwirkung des Waldes beeinträchtigt wird.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Freizeitaktivitäten so auszuüben, dass den Wildtieren negative Auswirkungen erspart bleiben. Für Wintersportler, Hängegleiter, Stangensucher und Jäger sind zusätzlich zu den vier Regeln, hier entsprechende Informationen aufgeführt.

Snowboarder

4 Regeln

  1. Wildruhezonen und Wildschutzgebiete beachten: Sie bieten Wildtieren Rückzugsräume.
  2. Im Wald auf Wegen und bezeichneten Routen bleiben: So können sich Wildtiere an den Menschen gewöhnen.
  3. Waldränder und schneefreie Flächen meiden: Sie sind die Lieblingsplätze der Wildtiere.
  4. Hunde an der Leine führen, insbesondere im Wald: Wildtiere flüchten vor frei laufenden Hunden.

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